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Gesangskanarien mit Farbe, also Farben-Gesangskanarien

oder Farbenkanarien mit verbessertem Gesang, also Gesangs-Farbenkanarien?

 

Bei beiden Bezeichnungen handelt es sich um einen Oberbegriff oder auch Kollektivum

 

Das Kollektivum (lat., Mehrzahl Kollektiva) ist ein sprachlicher Ausdruck, der eine unbestimmte Anzahl gleichartiger Dinge oder Sachverhalte in einer Klasse zusammenfasst.

In semantischer Hinsicht (in Bezug auf Zeichen und Bedeutung) ist der Sammelbegriff ein Begriff für eine Klasse von Dingen, Sachverhalten oder Klassen.

In linguistischer Hinsicht (in Bezug auf den sprachlichen Ausdruck) ist es eine Untergruppe der Wortklasse Substantiv

 

Unter einem Oberbegriff versteht man einen Begriff, der eine Anzahl anderer Wörter in ihrer Bedeutung subsumiert, bzw. benennend klassifiziert (in der Linguistik auch Hyperonym genannt). Bisweilen wird der Ausdruck Oberbegriff synonym zum Wort Hypernym/Sammelbegriff verwendet.

 

Die Suche nach geeigneten Oberbegriffen ist oft Teil von Intelligenztests oder Einstellungstests.

 

Oberbegriff ist zum Beispiel auch das Wort Tür. Analog dazu gibt es die Unterbegriffe Haustür, Zimmertür, Stalltür, Gartentür, Innentür, Außentür usw.

 

Bei Gesangskanarien als Oberbegriff gibt es dazu die Rassen der Gesangskanarien als Unterbegriffe.

Bsp.: Harzer Roller, Timbrado, Wasserschläger, American-Singer, Russischer Gesangskanarienvogel.

 

Bei den Gesangskanarienvögeln Harzer Roller gibt es weiterhin die Zuchtrichtung klassische Harzer Roller und Harzer Roller in Farbe. Es handelt sich aber bei beiden Begriffen weiter um Gesangskanarien. Bei den Gesangskanarien in Farbe geht es darum, verschiedene Farben in diese Gesangskanarien  hinein zu züchten. Es bleiben aber immer Gesangskanarien und es entstehen daraus keine Farbenkanarien welche dem jeweiligen Standard des Farbenkanarienvogel im DKB entsprechen..

 

Bei Farbkanarien als Oberbegriff gibt es ebenfalls zahlreiche Unterbegriffe. Z. Bsp.: Lipochrom-Kanarien und Melanin-Kanarien. Diese beiden Kategorien können ebenfalls wieder als Oberbegriffe angesehen werden und können dann weiter in Unterbegriffe aufgeteilt werden wie Farbenkanarien in rot, gelb, braun, grün usw.

 

Um Gesangskanarien  in Farbe zu züchten, reicht es aus, einen Farbenkanarienvogel nur einmal in diese Rasse einzukreuzen. Das daraus entstehende Kreuzungsprodukt hat einen noch schlechten Gesang und erfüllt weder die Kriterien des geforderten hohen Standard für einen Gesangskanarienvogel noch eines Farbkanarienvogel und muss deshalb immer wieder an Gesangskanarien rückverpaart werden um wieder in die Nähe des Harzer Roller Gesang zu kommen. Es bleiben so Gesangskanarien erhalten aber in weiteren, anderen Farben als nur in Gelb. Es ist dann die Rede von Farben-Gesangskanarien.

 

Wenn ich aber das Kreuzungsprodukt aus Harzer Roller und Farbkanarie als Farbkanarienvogel weiter züchten will und immer wieder an Farbkanarien ankreuze, verliert sich die eingekreuzte Gesangseigenschaft und ich erhalte wieder reine Farbkanarien. Von Gesangs-Farbenkanarien kann keine Rede sein. Farbkanarien unterscheiden sich auch im Phänotyp (Größe, Haltung, Gefiederstruktur usw.) wesentlich von Gesangskanarien Harzer Roller.

 

Im DKB hat sich leider der Begriff „Gesangsfarbkanarienvogel“  bzw. "Fachgruppe Gesangfarbe / Gesangpositur" eingebürgert, was schlichtweg auch schon von der Schreibweise falsch ist und einer Korrektur bedarf.

 

Noch augenscheinlicher wird dieser Sachverhalt, wenn man den lächerlichen Argumenten einzelner Mitglieder der DKB Fachgruppe "Gesangfarbe / Gesangpositur" folgt, welche der Ansicht sind, dass es möglich ist, den Harzer Roller Gesang auch in Positurkanarienrassen wie Norwich, Pariser Trompeter, Yorkshire usw.einzukreuzen. Möglich ist das aber nur bei der Positurkanarienrasse "Deutsche Haube" weil die Haubeneigenschaft dieser Rasse als Mutation in Gesangskanarienstämmen erstmals aufgetreten ist und diese Haubeneigenschaft bei den Gesangskanarien dann gezielt weiter gezüchtet wurde.

 
     
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